Apple Music – ein persönlicher Bericht vom Azubi

Als alter Hase in der Applewelt war es für mich ein Muss, den neu gestarteten Musikstreamingdienst von Apple zu Testen.

Apple-Music-Streaming-Service

Die Kosten

Der Preis liegt bei monatlichen 9,99€ für den einzelnen Nutzer und 14,99€ mit Familienfreigabe. In diesem Fall können bis zu 6 Geräte den Dienst nutzen. Der Punkt Familienfreigabe ist gerade gegenüber Konkurrenten Spotify ein großer Pluspunkt, da dort jeder weitere Account 5€ kostet. Für 6 Nutzer wäre man also bei 35€ und damit 20€ über dem Apple Preis. Zusätzlich bietet Apple auch eine kostenlose Testphase über 3 Monate.

Die Anzahl der Songs ist mit 30 Millionen Tracks gegenüber Spotify vergleichbar.

Die große Frage vor dem Test war für mich: ist Apple Music notwendig oder gar besser als bisherige vergleichbare Dienste?

Der Test

Zu Beginn meines Tests gab es schon kleine Startschwierigkeiten, da Apple das Interface der Musik App komplett verändert hat und alles neu angeordnet wurde. Nachdem ich mich jedoch daran gewöhnt hatte, ging alles super.

Praktisch ist, dass man nun von der Musikfinder App Shazam direkt die gefundenen Songs bei Apple Music anhören kann.

Anhang 8     Anhang 3     Anhang 4

In Deutschland ist das Musikstreaming über das Mobilfunknetz leider nach wie vor ein Datenkontingent-Killer und damit für unterwegs schlecht brauchbar. Ebenfalls ist die Nutzung ohne vernünftiges LTE Netz eher frustrierend. Abbrüche und Stottereien wechseln sich im 3G Netz ab. Im WLAN gibt es da kein Problem und flüssigen Empfang. Um unterwegs trotzdem hören zu können, kann man sich zu Hause im WLAN seine Songs „offline zur Verfügung stellen“ lassen und auf sein Gerät herunterladen.

Natürlich habe ich diese Funktion sofort getestet und musste feststellen, dass 15 Alben wirklich viel Speicher brauchen. Daher rate ich, nur die wichtigsten Lieder so zu Nutzen. Gut dabei ist, dass die Songs dann auch im Flugmodus problemlos abgespielt werden können und die Ladezeiten,  bis ein neues Album geöffnet und gestartet wird, natürlich komplett wegfallen.

Begonnen habe ich natürlich damit, meine Lieblingsmusik zu suchen. Die vorher schon auf dem iPhone vorhandene Musik, verbleibt auch weiter auf dem Gerät und kann unter „Meine Musik“ gefunden werden. (Wer hätte das so Offensichtliche für möglich gehalten?^^).

Anhang 4.1    Anhang 1     Anhang 2

„Beats 1“

Zu der integrierten Funktion des klassischen Onlineradios mit vielen verschiedenen Sendern, die man kostenlos hören kann, kommt das Online Radio „Beats 1“ von Apple dazu. Dieser ist ein „richtiger“ Radiosender, der 24/7 klassisch mit Moderatoren betrieben wird. Dabei wird von den über die Welt verteilten „Beatz 1“ Radiostationenaus z.B. Los Angeles, New York und London, das Programm gestaltet. Ziel von Apple ist es, den meist gehörtesten Radiosender der Welt zu schaffen und nicht nur die Hits immer und immer wieder zu wiederholen. Gestört hat mich, dass gerade die amerikanischen Stationen immer in das Ende der Songs reingequatscht haben.

Weltweit kann man die gleiche Musik hören, egal wo man Beats 1 hört. Die Songauswahl  wurde vom Bekannten Musikexperten Zane Lowe und seinem von ihm Handverlesenen DJ Team zusammengestellt und umfasst nicht nur die neusten Chartstürmer.

Ich finde die Idee und die Umsetzung sehr gut, nur muss ich leider zugeben, dass die dort gespielte Musik nicht ganz meine Richtung war, da ich eher auf Rock und härtere Musik stehe.

Interessensuche

Interessant war, dass man am Anfang unter “Für Dich” nach Musikinteressen gefragt wurde, was ein bisschen an Netflix erinnert und sobald man diese eingegeben hat, findet man echt tolle neue Bands aus speziellen Playlisten von Apple Music. Ich war sehr überrascht, wie gut diese Funktion geklappt hat und welche tollen Vorschläge ich dort neu für mich entdeckt habe, die ich persönlich noch nicht kannte.

Anhang 3,1     Anhang 2     Anhang 1

Die Suche

Die Suche ist angenehm zu bedienen. Ich hatte jedenfalls keine größeren Probleme beim finden meiner Lieblingsbands. Die Suche kommt sogar mit Bandabkürzungen klar. Ich suchte z.B. „Five Finger Death Punch“ und „Linkin Park“ und fand beide Bands jeweils mit den Abkürzungen „ffdp“ und „lp“.

Das Volumen an Musik ist unglaublich umfangreich. Von Klassik, Pop, Rap, Jazz, Rock, Musicals und sogar Hörbücher gibt es bei Apple Music. Ich habe bisher noch keinen mir bekannten Song nicht gefunden.

Kritik

Schade finde ich, dass man sich nur mit der Offline Bereitgestellten Musik eine Playlist erstellen kann. Die Musik, welche nur online war, konnte ich zwar in eine Playlist einfügen, aber laut der Menüanzeige waren diese später nicht in der Playlist drin.

Weiteres Manko ist, dass eine gültige Kreditkarte oder ein „Click and Buy“ Konto benötigt wird, da Apple nach wie vor kein PayPal akzeptiert. Zum Glück ist Apple Music auch mit den allseits beliebten iTunes Karten bezahlbar, wobei man beachten muss, dass auch beim Probemonat genug Geld auf dem Konto sein muss.

Fazit

Apple Music hat nicht nur Bewegung in die letzten Muffelbands wie AC/DC gebracht, welche Ihre Songs noch nicht zum Streaming freigegeben hatten, jetzt aber offenbar doch Kleinbei gaben, sondern ist auch ein starker Konkurrent für Spotify und alle anderen Musikdienste und zwingt die anderen zum Handeln, um ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln.

Ich finde jedoch Apple Music einfach cooler, da es wieder mal Platz für ein extra App-Icon spart und meine Musik und meine Streams in einer App zusammenfasst, so dass man alles hören kann, ohne die App zu wechseln.

Ich bin eindeutig mehr als zufrieden und werde nach meiner Probezeit den Dienst weiter nutzen und dafür bezahlen.

Aber nicht nur Apple User können den Streaming Dienst nutzen. Ab Herbst soll sogar eine Version für Android erhältlich sein, wobei noch nicht bekannt ist, ob auch Android Nutzer dafür eine Apple ID benötigen.

Also probiert es auch mal aus!
Euer Azubi Dennis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.