“Spielen ist ungesund” – was ist an der Aussage dran?

Susann/ 7. Sep. 2018/ Allgemein/ 0Kommentare

Wir kennen es aus unserer Kindheit und Jugendzeit, das Spielen am Computer oder an der Konsole nach Schulschluss, im Hort oder bei Freunden. Heutzutage hat man mit jedem mobilen Gerät die Chance auf ein kleines Spielchen, aber welche Auswirkungen hat das?

Der Mythos: Computer spielen ist ungesund

Das ist so nicht zu verallgemeinern, denn es kommt auf einige Faktoren an, die auf die Qualität des Spielens Einfluss haben:

  • Alter
  • gesundheitlicher Zustand
  • Spielzeit
  • Verwendungszweck

Reden wir von sogenannten “Serious Games”, von denen man etwas lernen kann, so ist es durchaus sinnvoll Kindern Lernspiele in einem gewissen Maß anzubieten. Allerdings wird empfohlen je nach Kindesalter zusammen mit einem Erwachsenen definierte Zeiträume für kindgerechtes Spielen zu schaffen.

Die Empfehlungen in Jahren sind:

  • 4 – 6 Jahre: ca. 20-30 Minuten pro Tag
  • 7 – 10 Jahre: ca. 30-45 Minuten pro Tag
  • 11 – 13 Jahre: ca. 60 Minuten pro Tag

Spielen ist nicht nur was für Kinder

Aber auch je nach Altersstufe und mentaler wie körperlicher Verfassung gibt es interessante Anwendungsgebiete, um dort “gesund” zu spielen.

Nehmen wir die Ältesten unter uns, die dadurch in der Lage sind, schlechtere Motorik zu schulen. Quiz-Spiele oder das altbekannte und beliebte “Gehirn-Jogging” sind für das Training der grauen Zellen genau richtig. Über diverse Internet-Plattformen ist auch die Verbindung und Pflege des sozialen Zugangs zu anderen Menschen herzustellen, wenn es niemandem mehr in der näheren Umgebung gibt.

Herausforderndes Gameplay

Auch sollte man den Zweck und die Funktionsweise des jeweiligen Spiels kennen. Nehmen wir vermeintlich “simple” Spiele wie Jewel Quest oder Fruit Ninja. Die Aufgabe des letzt genannten ist es Früchte mittels Fingerbewegung zu zerhacken bevor sie sich außerhalb des Bildschirms befinden. Allerdings kommt noch hinzu, dass keine der ebenfalls herabfallenden Bomben zerteilt werden. Man hat drei Leben und wenn diese verbraucht sind, ist das Spiel vorbei. Das klingt jetzt erst einmal recht trivial, ist es aber leider gar nicht, da sich das Tempo über die Dauer steigert und man immer schneller reagieren muss, um einen hohen Punktestand zu erreichen. Ohne eine gewisse Motorik der Hände knackt man den Top-Highscore also nicht.

Der Fakten-Check

Also halten wir folgende positive Wirkungsweisen fest:

  • physiologisch-/therapeutische Aspekte: (Reaktionszeit, Hand-Augen-Koordination, Bewegung im allgemeinen – wie Eye Toy, Wii Sports, Pokémon Go und ähnliches)
  • soziale Aspekte (Interaktion mit anderen Spielern über große Distanzen sowohl online als auch offline)
  • gesundheitliche Aspekte (Programme und Apps, die sich auch mit gesunden Lebensweisen befassen, Reduzierung des Stress-Pegels)
  • pädagogisch-/kognitive Aspekte (bsp. Serious Games – Wissenstransfer, Lernkompetenzen, taktisches, strategisches und vorausschauendes Denken als auch Handeln oder “Gehirn-Jogging” wie nach Dr. Kawashima)
  • Verbesserung von Talenten (z.B. Musikalität, wie bei Singstar oder Nutzung von musical.ly)

Mögliche negative Folgen könnten bei häufiger Nutzung von Vergnügungsspielen sein:

  • Übermüdung, wenig Schlaf mit evtl. schlechter Schlafqualität (z.B. aufgrund des blauen Lichtes)
  • Überkompensation oder Flucht vor der Realität (permanentes Spielen)
  • Vernachlässigung des realen sozialen und beruflichen Lebens

Fazit: Raum für Computerspiele

Auch hier trifft zu: “Die Dosis macht das Gift”. Allerdings ist immer klar zu differenzieren, ob die Rede von reinen “Vergnügungsspielen” wie Call of Duty, Minecraft und World Of Warcraft (je nach Stimmung und worauf man gerade Lust verspürt) oder von den Serious Games ist, die unter anderem einen gewissen medizinischen bzw. pädagogischen Ansatz verfolgen.

Aus persönlicher Sicht ist es auch vollkommen ok und verständlich, wenn ein Spiel so spannend ist, dass man über eine bestimmte Zeit nur dieses Spiel bis zum bitteren Ende durchzockt, es sollte nur nicht die Regel sein. 😉 Die Gefahr ist auch nicht das eine Spiel zu Ende zu bringen, sondern es sind eher die Spiele, die kein Ende haben, nämlich die onlinebasierten.

Zudem ist dies auch kein Ersatz für reale soziale Kontakte, Bewegung an der frischen Luft, ein gutes Buch, einen gesunden und bewussten Lebensstil oder das ganz altmodische Spiel (z.B. Gesellschaftsspiele). Letzten Endes ist es sehr schwer sich dem Sog der Unterhaltungstechnik zu entziehen, deswegen ist eine bewusste Nutzung sehr empfehlenswert, egal ob Kleinkind, Teenager, Erwachsener oder Senior. 🙂

Eure Susann vom preiswertePC.de – Team

Über Susann

Ich sorge als Mediengestalterin für grafische Lösungen online, wie auch offline. Dazu arbeite ich an den Newslettern und Blogtexten so vor mich hin. Wenn ich das mal nicht tue, dann genieße ich die Schönheit der musikalischen Genüsse oder widme meine Zeit den verschiedensten technischen Unterhaltungsmöglichkeiten.

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